NEW Feminism – Kunst als Raum des Dialogs

Artforum Hellas und Global Galleries eröffnen neue Perspektiven

Die Bedeutung von Künstlerinnen in der Gegenwart

In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung stellt sich die Frage, welche Rolle Kunst bei der Schaffung von Verständigung, Teilhabe und kulturellem Austausch spielen kann. Das Pilotprojekt NEW FEMINISM, präsentiert von Artforum Hellas (Artforum Culture Foundation A.M.K.E.) und Global Galleries im Rahmen der 9. Art Thessaloniki International Contemporary Fair 2026 (TIF HelExpo | Pantels Tsatsis), verstand sich als Versuch, einen solchen Raum zu eröffnen.

Dabei ging es weder um die Formulierung eines ideologischen Programms noch um die Bestätigung bestehender Positionen. Vielmehr stand die Frage im Mittelpunkt, wie weibliche künstlerische Perspektiven heute sichtbar werden können, ohne auf politische Zuschreibungen oder gesellschaftliche Rollenbilder reduziert zu werden.

Sechs Personen betrachten farbenfrohe abstrakte Gemälde, die an den weißen Wänden einer Kunstgalerie ausgestellt sind. Im Vordergrund steht ein Tisch mit Büchern und Broschüren. Die Galerie ist hell und modern.
(c) Artforum-Hellas-.-Global-Galleries-impression-New-Feminism-pilot-project-Thessaloniki-art-fair

Mit Arbeiten von Jana Dettmer, LEONI (A. Jäkel) und Corinna Zieleke vereinte das Projekt drei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen, die sich auf individuelle Weise mit Identität, Erinnerung, Wahrnehmung und gesellschaftlicher Erfahrung auseinandersetzen. Die Werke suchten keine einheitliche Antwort, sondern eröffneten vielfältige Perspektiven auf die komplexen Wirklichkeiten der Gegenwart.

Gerade darin lag die besondere Qualität des Projekts. Anstatt neue Grenzziehungen zu formulieren, stellte NEW FEMINISM die Frage, ob Feminismus heute nicht vor allem als kulturelle Praxis verstanden werden kann – als Ausdruck von Gleichberechtigung, Würde, Sichtbarkeit und gegenseitigem Respekt.

Eine Frau in einem schwarzen Kleid spricht mit einem Handy in der Hand zu einer Menschenmenge in einer Kunstgalerie. Das Publikum schaut aufmerksam zu, während hinter ihr bunte abstrakte Gemälde an den weißen Wänden zu sehen sind.
(c) Artforum-Hellas-Global-Galleries.New-Feminism-pilot-project-in-front-Jana-Dettmer-wall-Thessaloniki-art-fair.

Die Resonanz während der Messe zeigte, wie aktuell diese Fragestellung ist. Zahlreiche Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern, Sammlern, Kuratoren, Museumsvertretern und Kulturverantwortlichen aus Griechenland, Deutschland, Nordmazedonien, Frankreich und Italien kreisten um dieselben Themen:

An einer Galeriewand sind fünf farbenfrohe abstrakte Gemälde von Corinna Zieleke mit dem Titel „NEW FEMINISM“ zu sehen, die sich durch kräftige Pinselstriche und leuchtende Blau-, Rosa-, Rot-, Gelb- und Weißtöne auf weißem Hintergrund auszeichnen.
(c) Artforum-Hellas-.-Global-Galleries-Corinna-Zieleke-New-Feminism-pilot-project-Thessaloniki-art-fair.

Wie können weibliche künstlerische Positionen sichtbar gemacht werden, ohne sie auf politische Kategorien zu reduzieren? Welche Verantwortung tragen kulturelle Institutionen bei der Förderung von Teilhabe und Chancengleichheit? Und welchen Beitrag kann zeitgenössische Kunst zu einem differenzierten Verständnis gesellschaftlicher Veränderungen leisten?

Die Stärke des Projekts bestand dabei weniger in der Präsentation fertiger Antworten als in seiner Fähigkeit, Fragen zu stellen und Dialoge anzustoßen.

Diese dialogische Haltung entsprach auch dem Selbstverständnis von Artforum Hellas und Global Galleries, die ihre Beteiligung an der Messe bewusst über die klassische Ausstellungstätigkeit hinaus verstanden. Beide Organisationen engagieren sich seit Jahren für internationale Zusammenarbeit, kulturellen Austausch und die Sichtbarkeit zeitgenössischer Kunst. Ihre Aktivitäten zielen darauf ab, nachhaltige Netzwerke zwischen Künstlern, Galerien, Sammlern und Institutionen zu schaffen und kulturelle Begegnungen über nationale Grenzen hinweg zu fördern.

Eine Gruppe von Menschen in Anzügen und eine Frau in einem cremefarbenen Anzug hören einem Mann in einem weißen T-Shirt zu, der vor einer Kunstausstellung steht.
(c) Artforum-Hellas-.-Global-Galleries-New-Feminism-pilot-project.-Art-critic-Manos-Stefanidis-with-public-Thessaloniki-art-fair

Fünf abstrakte Gemälde mit roten, schwarzen, weißen, blauen und bunten Mustern sind in einer Reihe an einer weißen Wand unter dem Text „NEW FEMINISM LEONI | ΛΕΟΝΙ“ ausgestellt. Neben dem letzten Gemälde befindet sich zudem ein QR-Code.
(c) Artforum-Hellas-.-Global-Galleries-LEONI-New-Feminism-pilot-project-Thessaloniki-art-fair.

In diesem Zusammenhang wurde NEW FEMINISM zu einem Beispiel dafür, wie Kunst nicht nur präsentiert, sondern als gesellschaftlicher Kommunikationsraum genutzt werden kann. Die begleitende zweisprachige Publikation in Englisch und Griechisch, von der während der Messe rund 500 Exemplare verteilt wurden, verdeutlichte das große Interesse an den über die Ausstellung hinausgehenden Fragestellungen. Zugleich bot die Messe Gelegenheit, neue Monografien von Jana Dettmer und LEONI sowie einen Katalog von Corinna Zieleke vorzustellen und damit den Dialog zwischen Werk, Publikum und kunsthistorischer Reflexion zu vertiefen.

Eine Gruppe von Menschen spaziert über einen Platz, auf dem moderne Kunstwerke und Bäume zu sehen sind, während im Hintergrund ein großes Gebäude steht. Über ihnen zieht ein Gewitterhimmel auf, und auf der rechten Seite des Bildes ist ein Schild des MOMus-Museums zu sehen.
(c) Artforum-Hellas-.-Global-Galleries-visitors-arriving-Thessaloniki-art-fair.

Unterstützt wurde das Projekt durch die Winter Stiftung Hamburg, deren langjähriges Engagement für kulturellen Austausch und internationale Zusammenarbeit wesentlich zur Realisierung verschiedener Initiativen auch in Griechenland beiträgt.

Vier Plakate mit dem Titel „NEW FEMINISM“ informieren in englischer, russischer, griechischer und italienischer Sprache über eine Veranstaltung zu verschiedenen Perspektiven und gemeinsamen Räumen, an der Jana Dettmer, Leoni Aeoni und Corinna Zieleke teilnehmen.
(c) Kataloge des Projektes NEW FEMINISM. ArtFoum Editions

Vier Kunstbuchcover stehen nebeneinander. Das erste zeigt ein Foto eines modernen Gebäudes; das zweite und dritte zeigen abstrakte, farbenfrohe Muster; das vierte zeigt ein dunkles, waldähnliches abstraktes Motiv. Auf jedem Cover sind der Name des Künstlers und der Buchtitel zu sehen.
(c) Monografien und Katalog der beteiligten Künstlerinnen. Artforum Editions

Die Bedeutung von NEW FEMINISM liegt letztlich nicht allein in seiner Sichtbarkeit innerhalb einer internationalen Kunstmesse. Sein eigentlicher Wert besteht darin, einen offenen Denk- und Gesprächsraum geschaffen zu haben, in dem unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und künstlerische Stimmen aufeinandertreffen konnten.

Die Uferpromenade der Stadt in der Abenddämmerung, mit einem hell erleuchteten historischen Schiff auf dem Wasser, beleuchteten Gebäuden entlang des Ufers und einem runden Steinturm mit einer griechischen Flagge im Hintergrund.
(c) Artforum-Hellas-.-New-Feminism-pilot-project-Thessaloniki-art-fair.-Night-impression

So verstand sich das Projekt von Beginn an nicht als Abschluss einer Debatte, sondern als deren Anfang. Denn die Frage nach der Bedeutung weiblicher künstlerischer Positionen berührt weit mehr als kunstpolitische Diskussionen. Sie verweist auf die grundlegende Rolle von Kunst in einer offenen Gesellschaft: als Ort des Zuhörens, des Austauschs und der gemeinsamen Reflexion.

Die Diskussion hat gerade erst begonnen.

LS/-

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