Opfer der Corona-Pandemie

Forderung nach gesellschaftlichem Zusammenhalt

Wenn  heute der Opfer der Corona-Pandemie öffentlich gedacht wird, so sollte dies auch Anlass sein, generell und für die Zukunft die Notwendigkeit des Zusammenhalts in der Gesellschaft einzufordern. 

Wir verneigen uns im Gedenken an all die meist unbekannten Opfer, denen die Gesellschaft es schuldig ist, ihnen ein Gesicht, einen Namen zu geben.

Das Gefühl des Alleingelassenwerdens trifft mehr oder weniger alle Menschen gleich. Aber jeder Mensch hat das Recht wahrgenommen und gewürdigt zu werden und letztlich auch in Erinnerung zu bleiben.

Opfer sind besonders die, die bereits vor der Pandemie und auch wegen der Pandemie, sozial und wirtschaftlich ausgegrenzt sind. Folgt man den Statistiken weltweit, so ist durch die Corona-Pandemie das bestehende Bild von Ungleichheit in unserer Welt nur noch deutlicher geworden. Wer arm ist, leidet länger und  stirbt früher. Das ist nicht nur der Pandemie geschuldet, aber durch sie werden Verwerfungen innerhalb aller Gesellschaften nur noch deutlicher. Respekt den Menschen gegenüber zeigt sich in erster Linie dadurch, dass endlich Einigung über vernünftige kulturbezogene Lebensgrundlagen geschaffen werden. So hat das öffentliche Dankeschön für die Menschen zwar hohen Symbolcharakter gehabt, aber leider keine wirtschaftlichen Konsequenzen. Die Leistungen der Menschen in prekären Verhältnissen werden immer noch nicht wertgeschätzt. Es ist sattsam aus allen Krisen bekannt, dass das Gros als Verlierer und nur Wenige als Gewinner hervorgehen.

Hierfür endlich solide Lösungen anzubieten und durchzusetzen, dass ist Aufgabe des Staates. Ein Staat, der auf gesamtheitliche Lösungen hinwirkt, steht dann auch nicht mehr im Verdacht zu versagen. Europäisches Handeln und globales Denken ist gefragt, bevor Gesellschaften endgültig auseinander brechen oder zum Stillstand kommen. Denn wir sind davon überzeugt, dass es eine vornehme Pflicht staatlichen Handelns ist zum gesellschaftlichen Frieden beizutragen und dadurch auch Krisen bestmöglich zu bewältigen. Dies muss aber auch sichtbar werden, bevor aus dem Frust der Menschen noch zusätzliche Krisen entstehen.

Soweit wir alle gemeinsam die Gesellschaft bilden, geht natürlich das Wohl des Nächstes wie der ganzen Gesellschaft jeden Menschen etwas an. Als gemeinnützige Stiftung sehen wir uns deshalb auch in einer besonderen Verpflichtung zu helfen. 

Was aber kann Förderung von Kunst und Kultur für eine sozialere Gesellschaft tun? Die Freiheit der Kunst ist für uns eine wesentliche Voraussetzung für eine freiheitlich demokratische Gesellschaft. Entsprechend möchten wir dazu beitragen durch Kunstsammlung und Projektbeteiligungen für notwendige gesellschaftliche Werte in ihrer Vielfalt einzustehen. Es braucht Aufklärung, Wissensvermittlung und die Schaffung von gemeinsamem Austausch. Eines unserer besondern Anliegen ist aktuell die Unterstützung des Projekts „Versöhnung der Werte“, mit dem Menschen und Gruppen unterschiedlicher Couleur zusammengebracht werden sollen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass das Verbindende einer Gesellschaft, Liebe und Respekt, durch künstlerische Denkmäler endlich in den öffentlichen Raum eingebracht wird.  Jede Stadt, jeder Ort , jeder öffentliche Platz braucht etwas, was dazu aufruft, dass Trennende zu überwinden und alle Menschen als Individuen zu respektieren. Politik braucht ein hohes Maß an Unterstützung durch die breite Bevölkerung, nicht nur in Krisenzeiten, aber dann ganz besonders.

In diesem Sinne setzen wir uns auch dafür ein, all der vielen namenlosen Opfer und Helfer durch Denkmäler zu gedenken und dadurch daran zu erinnern, dass sie alle in unserer Mitte wertzuschätzen. Das vieles im Argen liegt, dass spüren die Menschen. Die einen verstumnmen, die anderen folgen denen mit den lautesten Stimmen. Viele möchten etwas beitragen zu einer Erneuerung der Kultur, zu einer Belebung und Versöhnung der Werte.

Wie können Sie helfen?

Mit ehrenamtlichen Engagement, bereits mit der kleinsten Geldspende oder auch z.B. im Falle fehlender Erben durch entsprechende Nachlassverfügung - Jede/r kann etwas zur gesellschaftlichen Verbesserung und zur Unterstützung unserer Aufgaben beitragen. Wenn Sie Fragen haben, wie Sie uns und der gemeinsamen Sache am besten Helfen können, schreiben Sie uns. Wir beantworten jede ernsthafte Anfrage.

Winter Stiftung Hamburg

 

Hass STOPPEN!

Kunst und Kultur - Gegen Hass, für Versöhnung

Gegen die Verbreitung von Hass
Hass kann Energie freisetzen und eine große negative Identität stiften. Doch dieses Gefühl erschafft nie etwas, ohne gleichzeitig zu zerstören. Eine der großen nicht zu unterschätzenden Aufgaben von Kunst und Kultur ist es Menschen Gelegenheit zur Selbstreflexion und zur Beachtung von Fremdem zu schenken. Dies wird nur möglich durch die Freiheit der Künste. Kunst und Kultur sind deshalb auch nicht nur Selbstzweck, sondern ein Angebot und damit eine Chance an alle Menschen, sich zu finden und Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Ohnmacht kann Hass erzeugen.
Hass ist das Gegenteil der Liebe, er lehnt nicht nur einen Menschen ab, sondern möchte ihm auch schaden. Er entspringt z.B. dem Neid, der Eifersucht oder der verschmähten Liebe. Aber er ist mehr als Verachtung, denn er erhöht in vielen Fällen auch das Selbstwertgefühl des Hassers. In diesem Sinne kann er das Ergebnis einer tiefen seelischen oder einer schmerzlichen Situation sein, der man ohnmächtig gegenübersteht und die man glaubt aus eigener Kraft nicht verändern zu können.

Fehlende Freude
Fehlende Freude am Leben, an der individuellen Situation, ist eine wesentliche Grundkomponente des Hasses, aber sie bewirkt nicht einen Automatismus. Vielmehr kann sie drei Wege eröffnen: Anlass zum Neubeginn und Selbstreflexion sein, schnurstracks in die Depression führen oder als Ventil Hass entwickeln. Kein mensch ist davor gefeit; jede/r sollte aber lernen sich bewusst zu werden und mit seinen Gefühlen umzugehen und Problemlösungen zu finden.

Agression als Motor des Hasses
Hass wird primär als Charaktermerkmal verstanden. Eine Hass(re)aktion ist demnach Ausdruck eines bereits angelegten großen, oftmals noch nicht erkannten Agressionspotentials, eines gewachsenen innewohnenden Hasses. Hass entsteht deshalb nicht irgendwann, sondern entwickelt sich sehr früh. Oftmals aus der ERfahrung von Ungerechtigkeit. Das Gefühl nicht geliebt zu werden, braucht aber einen Lichtblick durch Hilfestellung, durch Solidarisierung. Wo dies nicht eintritt, kann es zur Verachtung gegen Menschen werden, die als potentielle Gegner betrachtet werden oder auch nur gegen Menschen, die auf Grund ihrer vermuteten Schwäche zum Punchingball eigener Aggressionen gesehen werden.

Hass als Ventil der Unzufriedenheit
In einem solchen Fall kann ein Mensch eine besondere Art von Befriedigung und Spass aufzeigen, wenn er hasst, was bei reaktivem Hass fehlt. Um dies zu vderstehen, hilft vielleicht ein Verweis auf das Phänomen, dass Schadenfreude oft stärker als das Gefühl von Freude ist. Der Hauptunterschied zum reaktiven Hass ist die ursächliche Bereitschaft zu hassen und damit seine eigene Situation zu relativieren oder zu überhöhen. Diese Art Hass benötigt geradezu Feindbilder, welche in Hassausbrüchen nur ihren Ausgang findet.
Sowohl Feindbilder als auch Anlässe können erstaunlich auswechselbar sein. Ursache sind ausser einer bereits aggressiven Charaktereigenschaft fehlende oder falsche Kenntnisse über die eigene Situation und andere Menschen und Zusammenhänge. Im Hass wird dann das eigene Unvermögen nicht durch Nachdenken und Lernen kompensiert, sondern ausschliesslich durch eine - oft austauschbare - aggressive Haltung.

Ungleichbehandlung befördert Hass
Der reaktive Hass ist auf ein bestimmtes Ereignis oder die als schädlich verstanden negative Handlung eines oder vieler anderer Menschen bezogen. Er hat einen Grund in der Wahrnehmung einer gefühlten Ungleichbehandlung. Ohne diese Vorbedingung entsteht er i.d.R. nicht. Im Falle des reaktiven Hasses ist es die Situation, die den Hass erzeugt; im Falle des charakterbedingten Hasses hingegen wird eine nicht-aktivierte Feindseligkeit durch die Situation aktualisiert.
So kann auch das Aktivieren des charakterbedingten Hasses in der Gruppe oder sogar gesellschaftsübergreifend in ganzen Bevölkerungsteilen zu einer hochexplosiven Kettenreaktion führen. Oftmals ganz unterschiedliche, ja gegensätzliche Einzelpersonen oder Gruppierungen können sich auf diese Weise vereinen, nur um einem gemeinsamen Feinbild entgegen zutreten.

(c) Carlos Barbaren Flatlands Press 2020. Tod George Floyd Print I Global Galleries

(c) Carlos Barbarena Flatlands Press 2020. Tod George Floyd Print I Global Galleries

Rassismus ein Menschheitsproblem
Eine besondere Form des Hasses ist im Rassismus ausgebildet.  Er richtet sich nicht gegen persönliche Verletzungen, nicht gegen politische Überzeugen - ausreichend sind eine andere Hautfarbe oder eine vermeintlich andere Volkszugehörigkeit oder Abstammung. Der Hasser ist dann in der Position der „wahren“ und damit privilegierten Menschheitsabstammung, das Hassobjekt wird allein durch Ausgrenzung erfasst. Natürlich spielen auch hier Unkenntnis der „Anderen“, Wider und Sexualneid  wesentliche Rollen.  Um die eigene „erhabene“ Moral nicht zu schädigen, wird dies jedoch ausgeblendet. Opfer von Rassismus kann dabei jeder Mensch werden, wenn er in eine fremdenfeindliche Situation gerät. Die Geschichte der Menschheit ist zu allen Zeiten auch eine Geschichte des Rassismus. Dabei ist Rassismus von kultureller oder religiöser Intoleranz abzugrenzen, sie bereiten jedoch en Nährboden hierzu.  Die Erfindung von Menschenrassen bildet die ewutere pseudowissenschaftliche, tatsächlich jedoch kriminelle Grundlage dafür, Menschen allein Aufgrund ihrer Abstammung zu erniedrigen und auszugrenzen. Der Holocaust  ist das wohl grauenvollste Ergebnis einer solchen Entwicklung. Aber den Antisemitsismus hat selbst er nicht durch den grellen Lichtschein der Millionen Ermordeten zur Erleuchtung und Abkehr verhelfen können. Menschen suchen einen Sündenbock für das was ihnen missfällt, für das was sie sich nicht erklären können und für ihre Unzulänglichkeiten. Apartheidsysteme und die nicht enden wollende  soziale Ausgrenzung und Kriminalisierung von Farbigen finden auf gleichen Schlachtfeldern statt.  „I can’t breath“, der so oft wiederholte erschütternde Hilferuf von Tod Floyd war entsprechend nicht nur sein persönliches Anflehen, sondern gleichzeitig ein Hilfeschrei aller unterdrückten Farbigen und darüber hinaus, aller unterdrückten und missachteten Menschen.

(c) Stop Asian Hate!

(c) Stop Asian Hate!

Keine Gerechtigkeit, kein Frieden
Stop Asian Hate! Auch Rassismus gegen Asiaten hat in letzter Zeit so stark zugenommen, dass sich u.a. Künstlerinnen und Künstler aktiv dagegen wehren. Das Phänomen ist auch im 21. Jahrhundert allgegenwärtig und mitten unter uns. Eine Gruppe von tauben (!)  Kreativen hat sich nun für eine internationale Initiative zusammengetan und nutzt dafür die amerikanische Gebärdensprache. Die Künstlerin Christine Sun Kim, als Tochter koreanischer Emigranten in Kalifornien geboren, lebt seit Jahren in Berlin. Für den guten Zweck kann man in limitierter Auflage Hemdenerwerben, auf denen die Handzeichen für „Stop Asian Hate“ stehen. Der Erlös wird zwischen dem Asian Americans and Pacific Islanders Community Fund und Stop #AAPIHATE with Asian Signers aufgeteilt.

Versöhnung der Werte
Natürlich kann Kunst und Kultur nicht Hass entschieden bekämpfen, aber sie können dazu beitragen Menschen und Gesellschaften zu heilen
Das Projekt Versöhnung der Werte, ist gesellschaftsübergreifend und offen für alle, die bereit sind ihre Vorstellungen und die der anderen zu überdenken. Versöhnung der Werte sucht dabei nicht das Trennende, sondern das Verbindende. Dafür müssen wir mehr über uns und über andere kennenlernen. Respekt und Liebe sind die tragenden Fundamente dieses Projektes mit dem alle Menschen angesprochen werden. Um dies zu erreichen müssen wir dem Hass Einhalt gebieten - an jeder Stelle und sofort.
Behandle Deine Mitmenschen respektvoll und lass dich nicht nur von deinen Gefühlen leiten. Du kannst einen anderen Menschen oder sein Verhalten nicht kontrollieren, dein eigenes hingegen schon. Und dies kann der erste Schritt sein für ein friedvolles Miteinander.  Natürlich können und sollen wir nicht alles akzeptieren. Aber wir sollten höflich miteinander umgehen, um uns näher kennenlernen zu können.
Soziales Miteinander braucht eine offene Gesellschaft, aber auch Regeln. Liebe kann man nicht einfordern, Respekt schon. Und Hass? Ihn kann und muss man benennen, konfrontieren mit seinen asozialen Folgen - und vielleicht gelingt es mit rechtlicher Konsequenz, mit pädagogischer Hingabe und mit der Eröffnung an Wissen und Teilhabe ihn zumindest einzudämmen und in etwas Konstruktives umzuwandeln. Dafür brauchte aber auch mehr als warme Worte, sondern die schonungslose Bereitschaft und Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe und Verantwortung.

LAS I Peter Merten

"(c)(c) Heinz Zolper. Zeichen für Liebe & Respekt. I  Versöhnung der Werte I Winter Stiftung Hamburg

Positionen zur Malerei

Neue intersubjektive Politik des Sehens von Malerei

Carnivalesca . Was Malerei sein könnte  ist eine Ausstellung, Performance und Diskussion mit und über eine  Neubestimmung der Malerei aus unterschiedlichen internationalen Positionen.  Die Ausstellungen Hamburg findet vom 6. März bis zum 2. Mai 2021 statt, koronabedingt jedoch größtenteils als virtuelles Angebot. Das mindert nicht ihre Bedeutung und Möglichkeiten, den die Interessenten könne über das Internet an den vielen Angeboten jederzeit und individuell teilhaben.

(c) Carnivalesca, Ausstellung /Diskussion/ Performance im Kunstverein Hamburg I Winter Stiftung Hamburg(c) Carnivalesca, Ausstellung /Diskussion/ Performance im Kunstverein Hamburg                                                  Winter Stiftung Hamburg

Die anthropozentrischen und eurozentrischen Vorstellungen in der Malerei der westlichen Welt vom Subjekt und seinem Engagement in der kulturellen Produktion greift auf jahrhundertealte ererbte Individualisierungs-prozesse zurück. Dem soll mit fiesem Projekt die  Idee der Diversität von Erfahrung entgegensetzt werden,  die Idee einer Vielfalt in der Gesellschaft und ihren sozialen Strukturen sowie, mit Blick auf die Künste im Besonderen, nicht zuletzt die Idee individueller Erfahrungen in der Multitude.
Die zeitgenössische Kunst spiegelt für Künstlerinnen und Betrachter:innen die Probleme wider, mit denen sie in ihrem täglichen Leben konfrontiert sind.
Die Ausstellung in Hamburg schafft einen Raum, in dem das Performative, Körper, Künstlersubjekte und ihre Gesten sowie ihre vielfältigen, globalen Geschichten und Bedeutungen formal gleichberechtigt sind.
Erweitert wird die analog/virtuielle Ausstellung  durch ein

Online-Programm:

#DIALOGUES
Anmeldung / Registrations
presse@kunstverein.de

25.3.2021, 18.30 Uhr
Andrée Sfeir-Semler im Gespräch mit / in conversation with Bettina Steinbrügge (Live)
1.4.2021, 11 Uhr
Helen Johnson im Gespräch mit / in conversation with
Nicholas Tammens (Live)
8.4.2021
El Hadji Sy und / and Clémentine
Deliss im Gespräch mit / in conversation with Bettina Steinbrügge (Live)
15.4.2021, Online ab 15 Uhr
Lee Kit im Gespräch mit / in conversation with Bettina Steinbrügge
22.4.2021, 18.30 Uhr
Hugo Canoilas im Gespräch mit / in conversation withNicholas Tammens (Live)

#PERSPECTIVES
Mit / With Nicolaus Schafhausen, Alisa Tsybina, Kolja Reichert, Gabriela Těthalová, Klaus Honnef, Marie Becker

 

 

 

Blick zurück in die Zukunft

Trotz Corona - Großer Erfolg der Peter Jacobi-Werkschau im MNAC Bukarest

Trotz begrenzter Besucherzahlen (Zuritt ist nur unter Auflagen einheimischen Besuchern erlaubt) feiert der Künstler Peter Jacobi mit einer Werkschau von etwa 140 Exponaten im Museum für zeitgenössische Kunst (MNAC),  seit Monaten grandiose Erfolge. Über Jahre hatte sich die Museumsleitung darum bemüht diese Ausstellung zu ermöglichen und schliesslich die gesamte "belle Etage" des ehemaligen Palastes von Diktator Nicolae Ceaușescu zur Verfügung gestellt.  Rechtzeitig zum 85. Geburtstag des Künstler konnte die Ausstellung eröffnet werden. 

Peter Jacobi, modulare Säulen, MNAC. Winter Stiftung Hamburg

(c) Peter Jacobi, Modulare Säulen,Entwürfe, MNAC. Winter Stiftung Hamburg

Peter Jacobi, über nahezu drei Jahrzehnte Professor für Plastik an der Kunsthochschule in Pforzheim, gilt als einer der beispielgebenden und einflussreichsten Bildhauer der zeitgenössischen Kunst. Er ist an die Wurzeln der Moderne gegangen und hat in vielfältigen Modellen , auch außerhalb der freien Plastik in der Fotografie, erkundet, was aus der Vergangenheit  in Gegenwart und Zukunft die Erinnerung wachhalten kann.

Peter Jacobi, Holocaust Memorial Bukarest. Winter Stiftung Hamburg

(c) Peter Jacobi, Holocaust Memorial Bukarest. Winter Stiftung Hamburg

Sein bekanntestes öffentliches Werk ist das Memorial für alle Opfer des Holocausts mitten in Bukarest, dass zu den bedeutetem Denkmälern für den Völkermord  an Juden und Roma zählt. Wo andere die Suche aufgeben, da fängt Jacobi erneut an; lässt nichts als gegeben stehen, sondern fordert immer neue Antworten heraus. 
Er ist überzeugt, wenn wir die Erinnerung aufgeben, geben wir uns selbst und unsere Zukunft auf.  Es ist folglich auch kein Widerspruch, dass er mit seinen prominenten Modularen Säulen immer aufs neue Widerspruch einfordert und damit gerade zur Hoffnung herausfordert.

11. Dezember 2020 bis 28. März 2021
MNAC - Museum of Modern Art, Bukarest

Weltfrauentag – ja! Jeden Tag!

Emanzipation, Freiheit und Toleranz als soziale Aufgabe

Der Tag der Frau, des Kindes,  der Tag der Migranten und Flüchtlinge; aber auch der Tag des deutschen Schlagers, der Poesie und der Jogginghose. Was sie gemeinsam haben? Sie wollen aufmerksam machen auf den nötigen Respekt gegenüber eines Teil der Menschheit, einzelner Gruppen oder auch nur für das banale Interesse einer Sache oder eines Hobbys.

Der Weltfrauentag ist dennoch etwas Besonderes, denn er betrifft über die Hälfte der Menschheit. Es ist deshalb erstaunlich, dass es ihn überhaupt gibt. Erstaunlich ist auch, dass er sogar gesetzlicher Feiertag ist in so unterschiedlichen Regionen wie dem Bundesland Berlin,  Afghanistan, Georgien und Kuba.

"Wollen wir Missachtung und Unterdrückung verhindern,
müssen wir aufhören in Geschlechtern, Klassen, Rassen und Kategorien zu denken,
sondern anerkennen, dass alles mit allem verbunden ist
und wir uns nur im Miteinander vollenden können."

Ein Gedenktag möchte aufmerksam machen, auf etwas was bedroht ist, was verloren zu gehen droht. Aber sind Frauen in der Bedrängnis auszusterben? Sicher nicht; ihr Anteil an der Menschheit liegt aktuell bei über der 50%, mit durchaus steigender Tendenz. Ins Leben gerufen wurde der Weltfrauentag 1910 von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin, um das Wahlrecht für Frauen zu fordern. Im damaligen Europa war das Wählen gerade einmal den Finninnen erlaubt. Frauenwahlrecht war damals noch ersehnte Utopie.

(c) Werte-Anstecker von Heinz Zolper. Symbol für Emanzipation, Freiheit und Toleranz. ArtForum Editions

(c) Werte-Anstecker von Heinz Zolper. Symbol für Emanzipation, Freiheit und Toleranz. ArtForum Editions*

Um Frauenrechte war und ist es aber generell nicht so gut bestellt.  In einem anscheinend so zivilisierten Land wie der Schweiz  wurde die politische Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau erst 1971 eingeführt. Wesentlich fortschrittlicher war auch die Bundesrepublik Deutschland nicht, wo erst 1976 nach entsprechenden Resolutionen der UNO das Leitmodell der „Hausfrauenehe“ durch das Partnerschaftsprinzip ersetzt wurde. Seither gibt es für die Ehe keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr. Die Ehefrau kann endlich nicht nur selbstständig arbeiten, sondern auch selbst über ihr Konto verfügen und Kredite aufnehmen ohne Zustimmung des Ehemannes. Erst 2013 stimmte eine Konferenz der Vereinten Nationen für eine Erklärung, nach der Frauen und Mädchen die gleichen Rechte und der gleiche Schutz wie Männern und Jungen gewährt werden sollen. Letzten Endes entsprach diese Regelung nur der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahre 1948.

Frauen auf dem Vormarsch - Hat sich etwas geändert?

Mittlerweile sind Frauen - außer in der islamischen Welt - überall auf dem Vormarsch. Und in Deutschland? - Da kann man sich gerade nicht einmal vorstellen, dass es anstelle der Kanzlerin einen Kanzler geben sollte. Frauen scheinen viel erreicht zu haben - sie arbeiten als Pilotinnen, werden Box- und Fußballweltmeisterinnen und sind als Expertinnen in Chefetagen gesucht.

Und? Was hat das bisher gebracht? Schaut man sich die Situation der Frauen in ihrer Doppelbelastung zwischen Familie und Beruf an, so entdeckt man immer noch diesen Teil der Menschheit eingekeilt zwischen einer Männerwelt, die nicht aufgrund von fachlichen Qualitäten allein dominieren möchte, sondern als Träger eines „vorstehenden Geschlechts“.  Das Verhalten, das Frauen, unabhängig von Ausbildung und beruflicher Stellung, tagtäglich erfahren müssen von Seiten der Männerwelt - und gerade auch von Frauen, die sich aus Unvernunft oder aus Opportunismus auf die Seite der mächtigeren Männer stellen -  ist nach wie vor bemerkenswert bis irritierend und sogar abgrundtief hasserfüllt. Die Rolle, die Männer nach einer Ewigkeit des Matriarchats, übernommen haben, diese Rolle wollen viele nicht oder nur sehr ungern ablegen. Das Primatenverhalten von Männern, insbesondere solchen, die sich als Alpha-Männchen gerieren, ohne die notwendigen Fähigkeiten überhaupt zu besitzen, verhindert nicht mehr den Weg zur Gleichberechtigung, die für jeden logisch denkenden Menschen nicht diskutierbar ist, aber sie behindert sie unsäglich.

Der Blick auf Frauen und Ihre Chancen macht nur allzu deutlich, dass sie bei gleichen Voraussetzungen Männer sogar überholen können. Frauen machen heute häufig bessere und schnellere Abschlüsse als ihre männlichen Kommilitonen sogar in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Einer Studie aus Großbritannien zufolge tragen z.B. von Frauen operierte Patienten ein geringeres Risiko. Frauen sind z.B. auch im Finanzsektor oft die erfolgreicheren Anleger. Nach der Studie "Women Matter" der Unternehmensberatung McKinsey erwirtschaften Firmen mit hohem Frauenanteil  in den Führungsetagen deutlich mehr Umsatz als rein männlich geführte. Dies sollte eigentlich hoffnungsfroh stimmen, denn es nützt der ganzen Gesellschaft.

Frauen leben wesentlich länger als Männer, möglicherweise, weil sie  ausgeglichener und damit weniger stark depressionsgefährdet sind als ihre männlichen Geschlechtsgenossen.

Aber all das beschreibt die Situation in sogenannten zivilisierten Staaten, sie spricht nicht per se für  die Frauensituation weltweit, wo physische Unterdrückung erklärter Teil des traditionellen patriarchalischen Systems sind. Eine besonders grausame „Tradition“ ist  die Beschneidung von jungen Mädchen, die vornehmlich in Afrika, aber auch weiteren Bereichen der Welt praktiziert wird. Es wird geschätzt, dass weltweit etwa 200 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen mit Genitalverstümmelungen leben und jährlich kommen etwa drei Millionen Mädchen hinzu, meist unter 15 Jahren. Angesichts der Situation von Frauen weltweit, also etwa 4 Milliarden Menschen, bewirken diese kriminellen Auswüchse, denn nichts anderes stellen sie für die Betroffenen dar, ein schreckliches Elend; aber dennoch bilden sie eine Ausnahme.  Eine Ausnahme sind auch die vielen Millionen Frauen, die durch Menschenhandel und Sklaverei ihres Menschseins beraubt sind.

Eine nahezu alle Frauen betreffende Situationen sind aber die Aggressionen, die Ihnen alltäglich widerfahren können, innerhalb ihrer Familien, wenn sie allein unterwegs sind - und erst recht  am Abend oder in der Nacht. Allein die tagtägliche Angst, die Frauen wie Kinder erleben müssen, ist bereits auf den ersten Blick monströs. Dies zeigt noch einmal das Verhältnis der Geschlechter untereinander und das Verhalten Frauen und Kindern gegenüber während der Pandemiezeit sehr anschaulich. Man kann es drehen und wenden, wie man möchte, es sind Männer - und sie unterstützende Frauen - die für dieses Desaster zuständig sind. Irgendetwas scheint in der Erziehung der Menschen komplett aus dem Ruder zu laufen, wenn man bedenkt, dass in den meisten Fällen auch die Männer ja von Müttern erzogen werden und diesen Müttern auch für den erwachseneren Mann eine hohe Kernkompetenz zugestanden wird.  Wie kann  es dann nur zur Respektlosigkleit gegenüber Frauen oder allgemein gegenüber den  vermeintlich Schwächsten kommen? Liegt es vielleicht darin, dass Mütter in ihre Söhne eigene Vorstellungen vom Anführer und Gewinner - der ihnen unterstellt ist - projezieren? Da gibt es aber auch noch die Schule und sonstigen Ausbildungsstätten, wo eigentlich nach erprobten pädagogischen Konzepten junge Menschen aufs Leben vorbereitet werden sollen.  Die Wirklichkeit ist leider nur allzuoft anders: Harter Wettbewerb verdrängt soziales Miteinander; Mobbing ist an der Tagesordnung, wobei nicht der Mobber, sondern der Gemobbte die Konsequenzen trägt. Man wird vorbereitet einer Wirtschaft nützlich zu sein, lernt bestenfalls, wie man Maschinen und Softwareprogramme erfinden kann. Leistungen den Mitmenschen  gegenüber und Förderung der emotionalen Intelligenz sind aber nicht Teil der Lehre. Was aber haben wir erreicht, wenn nicht ein gesellschaftliches Miteinander die Grundlage unseres Lebens bildet?

Die Rechte von Frauen? Sie sind die Rechte der Männer - sie sind die Rechte der Kinder - sie sind die Rechte aller Menschen - sie sind die Rechte der Natur. Menschenrechte sind nicht teilbar, d. h. jeder Mensch hat einen Anspruch auf die gleichen Rechte - unabhängig von Rasse, Herkunft, sozialem Status, Geschlecht oder anderen Eigenschaften. Rechte bleiben aber Makkalatur, selbst wenn sie in neue Gesetze gegossen werden, wenn nicht Empathie mit Intelligenz gepaart wird, wenn Rechte nur schwer durchzusetzen und nur allzu oft in das Belieben von Bürokraten und Richtern gestellt sind. Welche Frau hat schon die Privilegien, wie Frauen im deutschen Bundestag?  Und dennoch scheinen auch sie für etliche Männer Freiwild zu sein, offensichtlich Wesen zweiter Klasse.  Hier scheint der Kernpunkt des Problems zu liegen: Das tatsächlich real existierende asoziale Mehrklassensystem - getragen von der Respektlosigkeit dem Anderen gegenüber. Verachtung und der Wunsch nach totaler Unterwerfung, meist miteinander gepaart, sind die Eigenschaften, die das schönste Leben unerträglich werden lassen.

Systeme, die den anderen Menschen und die Natur aber nicht achten und respektieren, führen  folgerichtig zu Missachtung und Unterdrückung. Wollen wir dies verhindern, müssen wir aufhören in Geschlechtern, Klassen, Rassen und Kategorien zu denken, sondern  anerkennen, dass alles mit allem verbunden ist und wir uns nur im Miteinander vollenden können.

Wenn diese Überlegungen am Weltfrauentag in die Herzen und Hirne der Menschen eingehen würden, dann hätte nicht nur dieser Tag, sondern jeder andere Gedenktag wirklich seinen Namen verdient.

Peter Merten/ S-Ae

* Unter dem Begriff "Versöhnung der Werte" hat der Künstler Heinz Zolper eine Ansteckbrosche entworfen (Emaille auf Eisen, handgefertigt), die nicht nur gut aussieht und schmückt, sondern mit der man auch öffentlich Position beziehen kann  gegen Intoleranz und für Menschenwürde.

Carnivalesca

Was Malerei sein könnte

Mit dem aktuellen Ausstellungsprojekt Carnivalesca widmet sich der Kunstverein Hamburg  auf allen Etagen dem Dialog mit einer traditionellen Kunstform - der Malerei. Das Wort Karneval steht für Ausgelassenheit und Freude, verbindet sich aber auch mit einer Melancholie angesichts bestehender Unsicherheiten. Im Karneval gibt man Neigungen nach, die scheinbar die soziale Ordnung bedrohen, letztlich aber doch soziale Normen festigen. Als soziale Transformation oder auch als Instrument unterschiedlicher Gruppen lenkt der Karneval die Aufmerksamkeit auf Konflikte und Missverhältnisse. Die Ausstellung möchte diese Bedeutung auf die Diskussion über zeitgenössische Kunst übertragen. Im Diskurs der Malerei  scheint sich im westlichen Kontext eine reduktionistische Konzeption durchzusetzen. Dem soll die Idee der Diversität von Erfahrung entgegengesetzt werden wie die Idee einer Vielfalt in der Gesellschaft und ihren sozialen Strukturen.

Carnivalesca
(c) Kunstverein Hamburg. Blick in die Ausstellung Carnivalesca mit internationalen Positionen zur Malerei.
Winter Stiftung Hamburg

Die Ausstellungsmacher versprechen "facettenreiche, polymorphe, vielfach diskursive"  Darstellungen von Malerei, die  "an multiplen Schnittpunkten Gestalt annimmt und den Weg bereitet für eine neue intersubjektive Politik des Sehens von Malerei". Mit diesem Ausstellungsprojekt soll den Betrachtern der  Blick auf die Malerei erweitert. Internationale Künstlerinnen und Künstler gehen den Entwicklungen der Malerei von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart nach.

Teilnehmende Künstler*innen: Firelei Báez, Semiha Berksoy, Anna Betbeze, Anna Boghiguian, Hugo Canoilas, Beatriz González, El Hadji Sy, Donna Huanca, Helen Johnson, Lee Kit, Victor Man, Thao Nguyen Phan, Khalil Rabah, Raphaela Vogel u.a.

Virtuelle Ausstellung
06.03. - 02.05.2021
Kunstverein Hamburg

Versöhnung der Werte

Einladung zur Beteiligung

In Zusammenarbeit der Artforum Culture Foundation mit der Winter Stiftung ist unter der künstlerischen Leitung von Heinz Zolper das Projekt Versöhnung der Werte gestartet. In einer Hochzeit von verbitterter Meinungsstreitigkeiten und Fake-News möchte das Projekt eine Kultur-Plattform bieten für ein soziales Miteinander in Liebe und Respekt. Versöhnung der Werte möchte bewußt Emotionen ansprechen und zum Nachdenken anregen. Es geht darum, das Verbindende auch in unterschiedlichen Denkweisen und Kulturen zu erkennen und zu neuem, besserem sozialen Handeln anzuregen. Künstler, Privatpersonen, Entscheider aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft - sie sind alle eingeladen sich zu engagieren und Teil des Projektes  zu werden.
Das Projekt lebt von der Vielfalt an Beteiligung. Gerade die Vielfalt der Menschen und insbesondere auch die vielen anderen  Projekte, die sich den Zielen von Versöhnung der Werte verpflichtet fühlen, können zur Versöhnung der Werte beitragen.
Der künstlerische Leiter Heinz Zolper ist überzeugt, dass mit Hilfe der Kunst eine größere Offenheit gegenüber fremden Vorstellungen geschaffen werden kann; und dass Geist und Seele sich öffnen können für ein Verständnis auch anderer Werte. Er ist zuversichtlich, dass ein gegenseitiges Bemühen um geistig, moralische und materielle Wertschätzungen dazu beitragen können, Konfrontationen aufzulösen. Denn nur im Verstehen und Entgegenkommen kann eine Versöhnung der Werte Wirklichkeit werden.  Die Unantastbarkeit der Menschenwürde, Achtsamkeit und Respekt - sie sind die Parameter und die unumstößlichen Regeln, die einen Ausgleich in der Gesellschaft schaffen und sichern. 

Versöhnung der Werte - Heinz Zolper. ArtForum Editions

(c) Versöhnung der Werte - Heinz Zolper. ArtForum Editions

Zur initialen Unterstützung des gemeinnützigen Projektes ist eine Editionsbox von Heinz Zolper mit 12 Grafiken erschienen.   Preis ab 1.02.2021: 1.980 EUR.

Wenn Sie die grundsätzlichen Ziele des Projektes fördern und sich für eine lebenswertere Gesellschaft einsetzen möchten: Melden Sie sich bitte per Email, erwerben Sie die Edition oder spenden Sie direkt auf unser Spendenkonto.

 

Peter Jacobi im MNAC Bukarest

Peter Jacobi - Retrospektive im MNAC Bukarest

(c) Peter Jacobi - Retrospektive im MNAC Bukarest

Prof. Peter Jacobi, Bildhauer und konzeptioneller Fotokünstler, ist im MNAC Bukarest eine Einzelausstellung gewidmet. Zum Ende seiner Weltkarriere stellt die retrospektive Ausstellung, die auch neue Skulpturen und Fotoarbeiten enthält, eine erneute Würdigung eines der bedeutendsten rumänisch-deutschen Künstler der Gegenwart dar. Sein Memorial für die Opfer des Holocaust in Rumänien in Bukarest (2009) gedenkt der Opfer des faschistischen rumänischen Regimes unter Ion Antonescu. 
Der Ausstellung ist im dritten Stock des ehemaligen Präsidentenpalastes, des größten Gebäudes der Welt, großzügig Raum gegeben. Auf den gewaltigen Flächen ist für Besucher*innen reichlich Abstand möglich, was gerade in Corona-Zeiten sehr wichtig ist. Da aufgrund der Pandemie der Besucherandrang voraussichtlich kleiner ausfallen wird,  hat das Museum für moderne zeitgenössische Kunst (MNAC) geplant, regelmäßig auch einzelne Werke oder Werkgruppen auf der Website des Museums bzw. auf Facebook zu präsentieren.

(c) Peter Jacobi - One man show im MNAC Bukarest. Exhibition-Design Atilla Kim. Winter Stiftung -2

(c) Peter Jacobi - One man show im MNAC Bukarest. Exhibition-Design Atilla Kim. Winter Stiftung -2

Peter Jacobi (*1935),  hat in über 60 Jahren ein beeindruckendes und vielgestaltiges Werk geschaffen, das in Skulpturen und Fotoarbeiten  grundlegende Fragen der Zeit, Vergänglichkeit und Erinnerung thematisiert. Seine Werke sind in Museen und in öffentlichen Institutionen vieler Ländern zu finden.

Weitere Hinweise zu Peter Jacobi finden Sie auch auf unserer Partner-Site: Global Galleries. 

PETER JACOBI
MUZEUL NATIONAL DE ARTA CONTEMPORANA, MNAC
Bucharest, Romania
11.12.2020 - 28.03.2021

Wieder H offen

Künstler lassen hoffen

Michael 'Mike' Jansen, der Winter Stiftung seit Anbeginn eng verbunden, stellt zusammen mit Künstlerkollegen in der Galerie D'Hamé aus. Die Künstler möchten in Zeiten der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns Zeichen setzen für ein Wiederhoffen auf eine bessere Zukunft. Im Wortspiel des Ausstellungstitels WIEDERHOFFEN verweisen Jansen und seine Kolleginnen und Kollegen auf die Bedeutung von Kunst und Kultur  für die Gestaltung des Lebens. Sie machen deutlich, dass Kunst wie das tägliche Brot zur Lebensgrundlage gehört, ohne die keine lebenswerte Zukunft vorstellbar ist.

Die Ausstellung  zeigt Arbeiten von Michael 'Mike' Jansen, Halina Jaworski, Abndre Chi Sing Yuen, Klaus Geldmacher, Victor Sanovec, Arandus, Max Schulz, Ursula Hirsch, Frank Schablewski, Uwe Dieter Bleil.

Wieder H offen. Ausstellung u.a. mit Michael 'Mike' Jansen, Halina Jaworski, Ursula Hirsch, Andre Chi Sing Yuen in der Galerie D'Hamé.

Wieder H offen. Ausstellung u.a. mit Michael 'Mike' Jansen, Halina Jaworski, Ursula Hirsch, Andre Chi Sing Yuen in der Galerie D'Hamé.

05.12.2020 - 05.02.2021
Mi-Fr 15:00 - 19:00, Sa 11:00-16:00 Uhr
Termine nur nach Vereinbarung. Es gelten die Pandemievorschriften.
Ausstellung findet auch Digital auf Facebook und auf Instagram statt.

Galerie D'Hamé
Schlossstr. 29
Mühlheim/Ruhr

 

 

Welt-Aids-Tag

Aids, Corona und andere Pandemien können nur gemeinsam besiegt werden
- oder gar nicht.

Mehr als 12 Millionen Menschen sind weltweit immer noch und immer wieder ohne möglich HIV-Behandlung. Dies trifft ganz besonders hart Menschen in den Entwicklungsländern, der sog. Dritten Welt. Durch Corona wird die mangelhafte Versorgung  noch verschärft. Es ist eine traurige Erkenntnis, dass aufgrund der Corona-Pandemie  sich der Zahl von nahezu 700.000 Toten aus dem vergangenen Jahr noch einmal um über 100.000 Tote vermehren wird. Das Übel ist jedoch damit beschrieben, jedoch noch kein bisschen einer Lösung näher gerückt.. Wollen wir wirklich mehr Schutz für uns, so benötigen wir einen Schutz für alle Menschen. Dies ist nicht nur ein Gebot der Mitmenschlichkeit, sondern auch ein Gesetz der Vernunft.  In einer globalen Welt gibt es keine Abschottung, deshalb gilt um so mehr: Alles was Du dem Anderen angedeihen läßt, hilft Dir auch selbst.

Heinz Zolper, Dame als Symbol. Multiple I Schmuckanstecker. ArtForum Editions

Ein Zeichen setzen für Liebe und Respekt.                   (c) Heinz Zolper, Dame als Symbol. Multiple I Schmuckanstecker. ArtForum Editions

Zolper - Dame mit Aids. ArtForum Editions. Global Galleries

(c) Zolper - Dame mit Aids. ArtForum Editions.      Global Galleries

Es ist deshalb ein nicht nachzulassendes gesellschaftspolitisches Gebot Pandemien jeder Art mit allen sinnvollen Maßnahmen einzudämmen und hoffentlich zum Stillstand zu bringen. So wie Aids indirekt von Corona betroffen ist, wenn die Versorgung mit Therapien nicht im ausreichend möglichen Maße allen Betroffenen zugänglich gemacht wird, so sind auch andere Co-Faktoren wie die Zunahme von häuslicher und sexueller Gewalt, mangelnde Hygiene-Standards und mangelhafte Bildung zu bekämpfen. Wenn eines durch die Corona-Bekämpfung deutlich geworden ist: finanzielle Mittel zur Hilfe für betroffene Menschen sind Gottseidank vorhanden.  Was es braucht, ist aber auch die Erkenntnis einer gesellschaftlichen Vernetzung, der politische Wille zur Umsetzung der Hilfe - und unser aller Solidarität.
Denn Welt-Aids-Tag ist nicht nur heute. Aids-Tag ist-  bis zur Eindämmung dieser Seuche - jeden Tag. 

P.M.