Versöhnung der Werte

Einladung zur Beteiligung

In Zusammenarbeit der Artforum Culture Foundation mit der Winter Stiftung ist unter der künstlerischen Leitung von Heinz Zolper das Projekt Versöhnung der Werte gestartet. In einer Hochzeit von verbitterter Meinungsstreitigkeiten und Fake-News möchte das Projekt eine Kultur-Plattform bieten für ein soziales Miteinander in Liebe und Respekt. Versöhnung der Werte möchte bewußt Emotionen ansprechen und zum Nachdenken anregen. Es geht darum, das Verbindende auch in unterschiedlichen Denkweisen und Kulturen zu erkennen und zu neuem, besserem sozialen Handeln anzuregen. Künstler, Privatpersonen, Entscheider aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft - sie sind alle eingeladen sich zu engagieren und Teil des Projektes  zu werden.
Das Projekt lebt von der Vielfalt an Beteiligung. Gerade die Vielfalt der Menschen und insbesondere auch die vielen anderen  Projekte, die sich den Zielen von Versöhnung der Werte verpflichtet fühlen, können zur Versöhnung der Werte beitragen.
Der künstlerische Leiter Heinz Zolper ist überzeugt, dass mit Hilfe der Kunst eine größere Offenheit gegenüber fremden Vorstellungen geschaffen werden kann; und dass Geist und Seele sich öffnen können für ein Verständnis auch anderer Werte. Er ist zuversichtlich, dass ein gegenseitiges Bemühen um geistig, moralische und materielle Wertschätzungen dazu beitragen können, Konfrontationen aufzulösen. Denn nur im Verstehen und Entgegenkommen kann eine Versöhnung der Werte Wirklichkeit werden.  Die Unantastbarkeit der Menschenwürde, Achtsamkeit und Respekt - sie sind die Parameter und die unumstößlichen Regeln, die einen Ausgleich in der Gesellschaft schaffen und sichern. 

Versöhnung der Werte - Heinz Zolper. ArtForum Editions

(c) Versöhnung der Werte - Heinz Zolper. ArtForum Editions

Zur initialen Unterstützung des gemeinnützigen Projektes ist eine Editionsbox von Heinz Zolper mit 12 Grafiken erschienen. Der Subskriptionspreis der Ausgabe B beträgt 1.800 EUR. Preis ab 1.02.2021: 1.980 EUR.

Wenn Sie die grundsätzlichen Ziele des Projektes fördern und sich für eine lebenswertere Gesellschaft einsetzen möchten: Melden Sie sich bitte per Email, erwerben Sie die Edition oder spenden Sie direkt auf unser Spendenkonto.

 

Peter Jacobi im MNAC Bukarest

Peter Jacobi - Retrospektive im MNAC Bukarest

(c) Peter Jacobi - Retrospektive im MNAC Bukarest

Prof. Peter Jacobi, Bildhauer und konzeptioneller Fotokünstler, ist im MNAC Bukarest eine Einzelausstellung gewidmet. Zum Ende seiner Weltkarriere stellt die retrospektive Ausstellung, die auch neue Skulpturen und Fotoarbeiten enthält, eine erneute Würdigung eines der bedeutendsten rumänisch-deutschen Künstler der Gegenwart dar. Sein Memorial für die Opfer des Holocaust in Rumänien in Bukarest (2009) gedenkt der Opfer des faschistischen rumänischen Regimes unter Ion Antonescu. 
Der Ausstellung ist im dritten Stock des ehemaligen Präsidentenpalastes, des größten Gebäudes der Welt, großzügig Raum gegeben. Auf den gewaltigen Flächen ist für Besucher*innen reichlich Abstand möglich, was gerade in Corona-Zeiten sehr wichtig ist. Da aufgrund der Pandemie der Besucherandrang voraussichtlich kleiner ausfallen wird,  hat das Museum für moderne zeitgenössische Kunst (MNAC) geplant, regelmäßig auch einzelne Werke oder Werkgruppen auf der Website des Museums bzw. auf Facebook zu präsentieren.

(c) Peter Jacobi - One man show im MNAC Bukarest. Exhibition-Design Atilla Kim. Winter Stiftung -2

(c) Peter Jacobi - One man show im MNAC Bukarest. Exhibition-Design Atilla Kim. Winter Stiftung -2

Peter Jacobi (*1935),  hat in über 60 Jahren ein beeindruckendes und vielgestaltiges Werk geschaffen, das in Skulpturen und Fotoarbeiten  grundlegende Fragen der Zeit, Vergänglichkeit und Erinnerung thematisiert. Seine Werke sind in Museen und in öffentlichen Institutionen vieler Ländern zu finden.

Weitere Hinweise zu Peter Jacobi finden Sie auch auf unserer Partner-Site: Global Galleries. 

PETER JACOBI
MUZEUL NATIONAL DE ARTA CONTEMPORANA, MNAC
Bucharest, Romania
11.12.2020 - 28.03.2021

Wieder H offen

Künstler lassen hoffen

Michael 'Mike' Jansen, der Winter Stiftung seit Anbeginn eng verbunden, stellt zusammen mit Künstlerkollegen in der Galerie D'Hamé aus. Die Künstler möchten in Zeiten der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns Zeichen setzen für ein Wiederhoffen auf eine bessere Zukunft. Im Wortspiel des Ausstellungstitels WIEDERHOFFEN verweisen Jansen und seine Kolleginnen und Kollegen auf die Bedeutung von Kunst und Kultur  für die Gestaltung des Lebens. Sie machen deutlich, dass Kunst wie das tägliche Brot zur Lebensgrundlage gehört, ohne die keine lebenswerte Zukunft vorstellbar ist.

Die Ausstellung  zeigt Arbeiten von Michael 'Mike' Jansen, Halina Jaworski, Abndre Chi Sing Yuen, Klaus Geldmacher, Victor Sanovec, Arandus, Max Schulz, Ursula Hirsch, Frank Schablewski, Uwe Dieter Bleil.

Wieder H offen. Ausstellung u.a. mit Michael 'Mike' Jansen, Halina Jaworski, Ursula Hirsch, Andre Chi Sing Yuen in der Galerie D'Hamé.

Wieder H offen. Ausstellung u.a. mit Michael 'Mike' Jansen, Halina Jaworski, Ursula Hirsch, Andre Chi Sing Yuen in der Galerie D'Hamé.

05.12.2020 - 05.02.2021
Mi-Fr 15:00 - 19:00, Sa 11:00-16:00 Uhr
Termine nur nach Vereinbarung. Es gelten die Pandemievorschriften.
Ausstellung findet auch Digital auf Facebook und auf Instagram statt.

Galerie D'Hamé
Schlossstr. 29
Mühlheim/Ruhr

 

 

Welt-Aids-Tag

Aids, Corona und andere Pandemien können nur gemeinsam besiegt werden
- oder gar nicht.

Mehr als 12 Millionen Menschen sind weltweit immer noch und immer wieder ohne möglich HIV-Behandlung. Dies trifft ganz besonders hart Menschen in den Entwicklungsländern, der sog. Dritten Welt. Durch Corona wird die mangelhafte Versorgung  noch verschärft. Es ist eine traurige Erkenntnis, dass aufgrund der Corona-Pandemie  sich der Zahl von nahezu 700.000 Toten aus dem vergangenen Jahr noch einmal um über 100.000 Tote vermehren wird. Das Übel ist jedoch damit beschrieben, jedoch noch kein bisschen einer Lösung näher gerückt.. Wollen wir wirklich mehr Schutz für uns, so benötigen wir einen Schutz für alle Menschen. Dies ist nicht nur ein Gebot der Mitmenschlichkeit, sondern auch ein Gesetz der Vernunft.  In einer globalen Welt gibt es keine Abschottung, deshalb gilt um so mehr: Alles was Du dem Anderen angedeihen läßt, hilft Dir auch selbst.

Heinz Zolper, Dame als Symbol. Multiple I Schmuckanstecker. ArtForum Editions

Ein Zeichen setzen für Liebe und Respekt.                   (c) Heinz Zolper, Dame als Symbol. Multiple I Schmuckanstecker. ArtForum Editions

Zolper - Dame mit Aids. ArtForum Editions. Global Galleries

(c) Zolper - Dame mit Aids. ArtForum Editions.      Global Galleries

Es ist deshalb ein nicht nachzulassendes gesellschaftspolitisches Gebot Pandemien jeder Art mit allen sinnvollen Maßnahmen einzudämmen und hoffentlich zum Stillstand zu bringen. So wie Aids indirekt von Corona betroffen ist, wenn die Versorgung mit Therapien nicht im ausreichend möglichen Maße allen Betroffenen zugänglich gemacht wird, so sind auch andere Co-Faktoren wie die Zunahme von häuslicher und sexueller Gewalt, mangelnde Hygiene-Standards und mangelhafte Bildung zu bekämpfen. Wenn eines durch die Corona-Bekämpfung deutlich geworden ist: finanzielle Mittel zur Hilfe für betroffene Menschen sind Gottseidank vorhanden.  Was es braucht, ist aber auch die Erkenntnis einer gesellschaftlichen Vernetzung, der politische Wille zur Umsetzung der Hilfe - und unser aller Solidarität.
Denn Welt-Aids-Tag ist nicht nur heute. Aids-Tag ist-  bis zur Eindämmung dieser Seuche - jeden Tag. 

P.M.

POSITION BEZIEHEN

Dame als Symbol - Statement für Respekt und Menschenwürde

Heinz Zolper ist ein deutscher Künstler, der wie kaum ein anderer sich seit Jahrzehnten für Frauen- und Genderrechte, grundsätzlich für Menschenrechte mit Mitteln der Kunst einsetzt. Die Winter Stiftung Hamburg begleitet und unterstützt den Künstler in seinem Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Artforum Culture Foundation und weiteren Stiftungen und Gruppen.  Respekt und Menschenwürde sind unveräußerliche Werte, die die Gesellschaft - und damit auch jedeIr Einzelne verteidigen muss. Ein besonderes Anliegen des Künstlers ist es deshalb die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit eines solchen Engagements zu sensibilisieren und zu gewinnen. Ein wichtiges Projekt, dass gerade die Unterstützung vieler Menschen, besonders der Kommunen, Länder und des Bundes einfordert, ist der Schaffung und Errichtung von lebensfrohen Mahnmalen im sozialen Raum gewidmet. Markantes Zeichen ist dabei das stilisierte Porträt einer Dame, die Bestandteil seiner Ikonografie in der Malerei ist, immer wieder variiert mit verschiedenen Attributen. Zugleich hat Zolper dieses Symbol auch in andere Disziplinen wie Grafik oder Plastik übertragen.  

Heinz Zolper, Dame als Symbol. Multiple I Schmuckanstecker. ArtForum Editions

(c) Heinz Zolper, Dame als Symbol. Multiple I Schmuckanstecker. ArtForum Editions

Bereits Andy Warhol, mit dem Zolper über viele Jahre befreundet war,  hatte die Bedeutung des Dame-Symbols als Markenzeichen einer soziopolitischen Positionierung wertgeschätzt. Jetzt hat der Künstler in Zusammenarbeit mit ArtForum Editions ein Multiple gestaltet, das als Schmuckanstecker aus Emaille getragen werden kann. Das Multiple ist handgefertigt aus Emaille auf Eisen, Höhe 5 cm, rückseitig vom Künstler signiert. 
Die „Dame als Symbol“ ist aber nicht nur Kunstwerk und ein wundervolles Schmuckstück, sondern sie ermöglicht es seiner Trägerin oder seinem Träger Position zu beziehen für gegenseitigen Respekt, für die Notwendigkeit der Emanzipation und Gendergerechtigkeit, für soziales Engagement und einen nicht nachzulassenden Einsatz für Menschenrechte - allesamt fragile Werte, die es zu stärken gilt.

Das Multiple kann zum Subskriptionspreis für 50 Euro pro Objekt direkt online bestellt werden bei H.Z@lper.de  
oder bei ArtForum Editions  oder bei der Winter Stiftung Hamburg. 

Erlöse fliessen in das Non-profit-Projekt für Dame-Großskulpturen im öffentlichen Raum.
Wenn Sie das Projekt auch zusätzlich unterstützen möchten, überweisen Sie bitte Ihre Spende unter dem Stichwort "Menschenwürde" auf unser Stiftungskonto. Ihre Spenden sind steuerabzugsfähig.

NOT FULLY HUMAN, NOT HUMAN AT ALL

Kunstverein in Hamburg. Not Human at all

(c) Kunstverein in Hamburg. Not Human at all. Ausstellungsansicht.

Ausstellung im Kunstverein in Hamburg
24.10.2020 - 24.1.2021

Teilnehmende Künstler*innen: Saddie Choua, Valentina Desideri , Denise Ferreira da Silva , Arely Amaut, Nilbar Güreş, Ibro Hasanović, Jelena Jureša, Doruntina Kastrati, Kaltrina Krasniqi, Pedro Neves Marques, Christian Nyampeta, Daniela Ortiz, Monira Al Qadiri, Lala Raščić und Kengné Téguia
Die Gruppenausstellung Not Fully Human, Not Human at All im Kunstverein Hamburg beschreibt aktuelle Dehumanisierungsprozesse. Unter Dehumanisierung wird die Entmenschlichung und damit Herabwürdigung von Menschen durch andere Menschen verstanden, die sich in der Diffamierung und Ausgrenzung des Anderen äußert. Strenge Einwanderungspolitik, neue Formen des Nationalismus, eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung, neoliberaler Druck auf staatliche Wirtschaftspolitik, die Erosion der Rechte ausländischer Arbeitskräfte trifft auf eine Überhöhung der kulturellen und moralischen Instanz Europas. Parallel zu diesen Entwicklungen werden stillschweigend die Kriterien, wer überhaupt als Mensch zu betrachten sei, neu formuliert. Europa dient hier als geografischer und kultureller Rahmen für die Reflexion von Dehumanisierungsentwicklungen, die derzeit vieles Handeln prägt, das innerhalb der europäischen Grenzen von Menschen im Namen der „Menschlichkeit“ verübt werden.  
Diese Ausstellung findet zu einer Zeit statt, in der ein weltweiter Ausnahmezustand im Zusammenhang mit COVID-19 den ohnehin unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung als ein grundlegendes Menschenrecht verschärft haben; und sie geht einher mit einer Zunahme rechtsextremer Politik, die von entmenschlichenden Gewalttaten inspiriert scheint. Unter diesen aktuellen Bedingungen erscheint es dringend erforderlich, diese Entwicklungen bewusst wahrzunehmen und unsere Kritik im Rahmen künstlerischer Produktion und in Kunstinstitutionen zum Ausdruck zu bringen.

Kuratorinnen: Nataša Petrešin-Bachelez, Bettina Steinbrügge. Kuratorische Beratung: Bruno Leitão, Monica de Miranda, HANGAR (Lisbon, Portugal), Donjetë Murati, Ares Shporta, Lumbardhi (Prizren, Kosovo), João Mourão, & Luís Silva, (Kunsthalle Lissabon), Emilie Villez, KADIST (Paris), Pieternel Vermoortel, Netwerk (Aalst, Belgium).
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit KADIST, wo in 2021 eine Adaption der Ausstellung präsentiert wird.
Mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt.

Klosterwall 23 - 20095 Hamburg
SOFT OPENING
23.10.2020, 12-20 Uhr
Der Eintritt ist frei 

PERFORMANCE
23.10.202, 18 Uhr
Kengné Téguia - Origins

KÜNSTLER*INNENFÜHRUNG & GESPRÄCH 
24.10.2020, 15 Uhr 

KURATORINNENFÜHRUNG 
29.10. / 12.11. / 3.12. / 14.1. / 17 Uhr
Mit Bettina Steinbrügge

ONLINE-SYMPOSIUM
Mit u.a. Francisco Godoy Vega, Nina Möntmann, Jelena Petrović, Nora Sternfeld, allen Projektpartner*innen und teilnehmenden Künstler*innen 

Session I, 3.11.2020, 17-20 Uhr
Session II, 10.11.2020, 17-19 Uhr
Session III, 17.11.2020, 17-19 Uhr
Session IV, 24.11.2020, 17-19 Uhr

SCREENING
26.11.2020, 14.1.2021, 18.30 Uhr
Pedro Neves Marques – A Mordida 

 

Monika von Eschenbach – virtuelle Ausstellung

Kunstpräsentation in Zeiten von Corona

Am 21.09.2020 eröffnet der Kunstsalon KunstStücke by Dettmer in Köln die virtuelle Ausstellung von Monika von Eschenbach. 
Die Winter Stiftung ist der Künstlerin seit Jahren verbunden, gleichfalls hat die Künstlerin die Ziele der Stiftung durch Spende von Meisterwerken der zeitgenössischen Kunst unterstützt.   
KunstStücke by Dettmer lädt dazu ein online die skulpturale Fotokunst der Künstlerin zu entdecken. Die virtuelle Ausstellung möchte auch Lust machen auf die voraussichtlich Anfang des Jahres 2021 (Covid-19 abhängig) stattfindende Ausstellung Fata Morgana - die  gemeinsam mit einer Werkschau der Malerin Jana Dettmer  innovative Kunstpositionen vorstellen wird.

Monika von Eschenbach, virtuelle Ausstellung. KunstStücke by Dettmer

(c) Monika von Eschenbach, virtuelle Ausstellung. KunstStücke by Dettmer

Monika von Eschenbach, geb. 1965 in Eschenbach ί. d. Opf., Bayern, ist bildende Künstlerin und Architektin. Als Reisende, die immer wieder aufs Neue die Welt erkundet, hat sie ihre Heimatverbundenheit neu entdeckt. Dies eröffnet ihr auch in der Kunst neue Wege zu gehen. Nach ihrem Architekturstudium lebte und arbeitete sie u. a. in San Francisco, in Alaska, in Basel und hat seit 1993 ihren Mittelpunkt in Köln gefunden. Schon während des Architekturstudiums befasste sie sich mit freier Fotografie und plastischen Arbeiten.
Sie assistierte bei Multimedia-Künstler Michael Jansen, bei dem konzeptuellen Fotokünstler Heinz-Günter Mebusch sowie bei der Objektemacherin und Fotokünstlerin Vera Isler-Leiner.

Der Link zur virtuellen Ausstellung ist ab 21.09. auf der Webseite des Kunstsalons freigeschaltet. Ein Besuch der virtuellen Ausstellung ist sehr zu empfehlen. Alle Werke sind käuflich.
KunstStücke by Dettmer | art projects | Stammheimer Straße 15 | 50735 Köln 

HUMOR NACH #METOO

BEING LAID UP WAS NO EXCUSE FOR NOT MAKING ART

(c)Kunstverein Hamburg - Lerato Shadi

(c) Kunstverein Hamburg

Kunstverein in Hamburg
in Zusammenarbeit mit dem Kurzfilm Festival Hamburg      

Teilnehmende KünstlerInnen: Sarah Abu Abdallah, Pauline Curnier Jardin, Katrina Daschner, Nazli Dincel, Cordula Ditz, VALIE EXPORT, Chris Hegedus, Luise Helm, Fabian Hesse, Kerstin Honeit, Sarah Jacobson, RP Kahl, Matt Kazmann, Helene Kummer, Dörte F. Meyer, D.A. Pennebaker, Laure Prouvost, Jennifer Reeder, Kathrin Resetarits, Pipilotti Rist, Isabella Rossellini, Susanne Sachsse, Jessica Swale, Athina Rachel Tsangari, Tatjana Turanskyj, Saralisa Volm und Vanessa Stern. Kuratorin: Bettina Steinbrügge.

Wie die meisten Bereiche unseres Lebens hat auch die Kunst- und Kulturszene in den vergangenen Monaten erheblich unter der Corona-Krise gelitten und tut es noch. In einer Umbruchphase wie dieser liegt allerdings auch die Chance begründet, die eigenen Arbeitsweisen zu überdenken und neue Möglichkeiten der Kunstpräsentation zu entwickeln.
In Zusammenarbeit mit dem Kurzfilm Festival Hamburg werden als deutliches Zeichen und erlebbares Gefühl das Zusammenrücken und das Zeigen von Solidarität aller Kunstschaffenden vermittelt. Der Kunstverein in Hamburg setzt mit der experimentellen Ausstellungsserie BEING LAID UP WAS NO EXCUSE FOR NOT MAKING ART ein solches Zeichen der Solidarität: In zwei Kapiteln sind ProtagonistInnen aus verschiedenen Bereichen der Hamburger Kunst- und Kulturszene über den Sommer eingeladen, ihre Arbeiten gemeinsam mit vielen internationalen KollegInnen zu präsentieren. Die Besucher können sich auf überraschende Einblicke in dieses aktuelle Kunstgeschehen freuen.

HUMOR NACH #METOO  27.6. – 11.10.2020

Das erste Kapitel der Ausstellungsserie fragt nach der Notwendigkeit eines Kulturwandels, ohne sich jedoch Dogmen zu verschreiben. Dreh- und Angelpunkt ist die ganz simple Frage: Was ist eigentlich lustig, und wie geht es weiter? - Humor nach #MeToo: Worüber wollen wir lachen? Was brauchen wir? Wie möchten wir miteinander leben und was bedarf es dafür? Gerade auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen stellt sich diese Frage neu. In Installationen, Filmvorführungen, Performances und Gesprächen über verschiedene Generationen hinaus sollen gemeinsam Gesellschaftsformen diskutiert werden.

CORONA SOUND SYSTEM  22.8. – 11.10.2020

Die experimentelle Ausstellung Corona Sound System lässt die Hörerfahrung in den Vordergrund treten und verändert dabei auch das visuelle Erleben. Was ist/kann der Ausstellungsraum im Kontext von Sound? Im leeren Raum mit weißen Wänden in einer funktionierenden Ausstellungsarchitektur gibt es verstreut im gebotenen Abstand Sitzgelegenheiten.
Im Corona Sound System arbeiten u.a. Schwabinggrad Ballett & Arrivati an einer Audio-Installation, die Positionen, Stimmen, Mythen und Analysen aus dem globalen Süden und den sozialen Peripherien komponiert. Das Hamburger Kollektiv aus Kulturschaffenden, AktivistInnen, People of Color und Geflüchteten erörtert mit Vertrauensleuten weltweit die Pandemie. Es geht um Fragen wie: Was ist eigentlich besorgniserregender als das Virus? Und warum? Wer macht sich das Virus zunutze? Wer sind die Experten für das Virus? Was macht sie zu Experten? Was wird das neue Normal sein?  Das ist der Ausgangspunkt, dem andere Töne folgen, die in verschiedene Richtungen senden, die zum Nachdenken anregen oder Aufrütteln möchten. Dies soll mit gebotener Leichtigkeit präsentiert werden. Vielleicht kann auch getanzt werden.

Viele Sichtweisen – Eine Welt

Joe Brockerhoff - Ost West - painting

(c) Joe Brockerhoff - Ost West - painting

Bedeutung und Schutz des Anderssein und Andersdenkenden

Unsere Welt lebt von der Vielfalt. Wo Monokulturen entstehen, nutzen sie vorerst wenigen, zerstören aber unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen. Möglich werden Verwerfungen in der Natur wie im sozialen Leben durch ein Ungleichgewicht gebündelter Kraft. Möchte man Missständen begegnen oder diese beseitigen, so braucht es die Beachtung eines Gleichgewichts im Spiel der Mächte.

Auf die Machtverhältnisse der Natur haben wir wenig Einfluss, aber unser eigenes Leben können wir positiv oder negativ beeinflussen. So ist die Welt der Wirtschaft und Politik durch Regeln und Regelbrüche definiert, mit der Folge nicht nur von prosperierenden Gesellschaften, sondern auch von Klimawandel, Kriegen und Migrationsbewegungen. Wir können etwas ändern, aber nur wenn sich Bewusstsein und daraus folgernd Verhältnisse grundlegend ändern.

Diese Erkenntnisse treffen logischerweise auch auf die Welt der Kunst zu. Kunst und das Kunstsystem führen ja kein Eigenleben, sondern sind immer auch Spiegel der sie umgebenden Natur und Gesellschaft. Der Boom des Kunstmarktes, die Überbetonung von einzelnen Protagonisten, die zum Asset zu verwahrlosen drohen, hat vielen Kunstfreunden ein verzerrtes Bild der Kunstwelt vorgeführt. Will Kunst seine wesentliche gesellschaftliche Aufgabe erfüllen können, so müssen KünstlerInnen endlich als selbstverständliche, weil notwendige Partner im gesellschaftlichen Gefüge wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Ohne Kunst und Kultur ist eine Entwicklung der Gesellschaft - und damit auch der Wirtschaft - letztlich unmöglich. Das Notwendige haben und nutzen wollen, es aber dennoch nicht wertschätzen, spiegelt dabei letztlich ein Grundproblem aller gängigen Gesellschaftssysteme. So wichtig es manchmal sein kann, sich auf etwas zu fokussieren, ohne Vielfalt ist alles nichts.

So wie eine Monopolisierung des Kunstgeschehens im Hinblick auf einige wenige "Auserwählte" stattfindet, so ist die Wahrnehmung von Kunst auch durch ein geschlechtsspezifisches Ungleichgewicht geprägt. Jene Phantasie, die erforderlich ist Neues zu schaffen wird in erster Linie dem männlichen Geschlecht zugeschrieben und in zweiter Linie am Marktwert orientiert. Frauen hingegen bleibt bis heute maximal der Status als Musen oder vielleicht als Künstlerförderer zugestanden. Frauen, deren Werk es dennoch an die Öffentlichkeit schafft, bilden noch immer die Ausnahme. Wenn Ihnen Talent zugebilligt wird, dann kann das aber nicht mit rechten Dingen vorgegangen sein.

Wenn man anerkennt, dass ein Kunstwerk bestenfalls Spiegel der Seele ist, so gilt es auch zu beachten, dass Kunst Spiegel der Gesellschaft ist. Diese schließt selbstverständlich die inneren und äußeren Strukturen mit ein. Nicht nur in der Kunstverwaltung, sondern auch im Bereich der Künstlerschaft selbst ist Gleichberechtigung leider aber immer noch terra incognita. Will man gleiche Berechtigung zur Teilnahme am Leben, so ist ein erweitertes Bewusstsein und vor allem Solidarität in der Welt der künstlerischen Einzelkämpfer erforderlich. Sollte es nicht ein Zeichen von Freiheit und Vernunft sein, dass jedes Individuum seinen eigenen Blick auf die Welt entwickeln und vorstellen kann?

Gottseidank gibt es Ansätze gesellschaftlicher Bewegung und auch vereinzelt Künstler, die die Überzeugung von Gleichberechtigung als Prämisse einer sozialen Gemeinschaft offen vertreten. So ruft beispielhaft Michael Jansen, Urgestein der neuen Avantgarde,  in seiner Ausstellung in den Räumen von KunstStücke by Dettmer | art projects zur "Zerstörung der Erwartungshaltung" auf und möchte dazu anregen, verkrustetes Denken weiter aufzubrechen. Sein Künstlerfreund Heinz Zolper, Maler und multimedialer Akteur, engagiert sich über Jahrzehnte für ein Miteinander in "Liebe und Respekt" und betreibt hierzu - nicht ohne satirischen Unterton - sogar einen "Damen-Kult". Damit rückt er die Bedeutung des Weiblichen an sich in den Vordergrund und mahnt zur Verpflichtung des Schutzbedürftigen. Erkennbar wird bei beiden Künstlern die pädagogische Notwendigkeit sich einer grenzwertigen Gesellschaft und einem asozialen Verhalten entgegenzustemmen und vorbildhaft Wege aufzuzeigen. So besteht das grundlegende Wesen einer freien Gesellschaft gerade im Miteinander der Differenzierung wie auch der Übereinstimmung. Insoweit verbietet sich in einer offenen Gesellschaft a priori jedwede Bevorzugung aufgrund natürlicher oder künstlicher Unterschiede.

Menschen benötigen aber nicht nur Kunst und Kultur zum Menschsein, sondern KünstlerInnen brauchen den ungehinderten Zugang zur Öffentlichkeit gleichfalls als Lebensgrundlage. Das Recht auf künstlerische Entfaltung bedingt auch das Recht in Verbindung zu treten und von der Arbeit leben zu können. Insoweit ist es eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung, diese Voraussetzung unabhängig von Geschlechtszugehörigkeit, Alter und vor allem von Beziehungen zu ermöglichen und zu fördern.

Gastbeitrag: ArtExpert I network - Peter Merten, Kunst- und Kulturwissenschaftler*
Der Beitrag erscheint auch bei  KunstStücke by Dettmer I art projects

* Zuletzt wurden von Merten folgende Bücher bei ArtForum Editions I KulturPlusMedien (neu) herausgegeben:
- Geglaubte Wahrheiten. Beitrag zur Philosophie der Fotografie. Betrachtungen zum Werk des Konzeptkünstlers und Fotografen Heinz-Günter Mebusch, 2020
- KAIN - Prinzip des Bösen. 2019
- Magie der Malerei /oder/ Wie es ist, Du selbst zu sein. Heinz Zolper-Monografie 

Bestellung online unter: winterstiftung(at)web.de.

 

 

Verschwörungstheorien

Heinz Zolper, Kain 70-1. Global Galleries

(c) Heinz Zolper, Kain 70-1 - Artforum Editions. Global Galleries

Auch in Corona-Zeiten kursieren zahlreiche Verschwörungstheorien.
Was steckt dahinter? 

Verschwörungstheorien sind ein sozio-psychologisches Phänomen, dass im weitesten Sinne den Versuch bezeichnet, einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären; also durch das zielgerichtete, geheime Wirken einer meist kleinen Gruppe von Personen zum Schaden einiger oder vieler in der Gesellschaft. Auch im Fall des Corona-Virus kursieren zahlreiche Verschwörungstheorien. Gemeinhin werden sie in der Öffentlichkeit im Sinne von Ideologien verstanden, die letztlich eine kritische Auseinandersetzung nicht befördern, sondern behindern.

Soweit Verschwörungstheorien jedoch auf rationalen und prüfbaren Aussagen oder Fragestellungen beruhen, sollte man richtigerweise von Verschwörungshypothesen sprechen. In diesem Sinne stellen sie in Form einer logischen Aussage eine zu prüfende Annahme dar, deren Gültigkeit man zwar für möglich hält, die aber bisher nicht bewiesen ist. 
Hypothesen sind grundsätzlich nichts Negatives, ganz im Gegenteil - sie snd Grundlage jeder Wissenschaft. Und sie fordern da Raum, wo Wissen fehlt bzw. nicht zugänglich ist. In einer logischen Darstellung ist eine Hypothese die Prämisse eines Arguments, dessenen Wahrheitsgehalt tatsächlich zunächst ausgeklammert wird. Zur Klärung der Hypothese braucht es in den Naturwissenschaften empirische Forschung.

Offene Fragen

So sind auch in Zeiten von Corona bisher zahlreiche Fragen offen bzw. durchaus kontrovers, u.a.:
- Warum wird lange Zeit von Schutzmasken für die Bevölkerung abgeraten, anstatt offen ein Vorsorgungsversäumnis zu zugeben?
- Warum sind freier Aufenthalt an frischer Luft (sogar im Wald, Gebirge, Meer) untersagt, im Supermarkt jedoch von Bezirk zu Bezirk, von Staat zu Staat unterschiedlich und damit z.B.  SupermarktkassierInnen und Kunden ungeschützt?
- Warum werden vor allem in Staaten, wo es mit Krankheiten durch Aerosole (seien es Viren oder Emissionen) langjährige Erfahrungen gibt, Masken verordnet und getragen - in Europa  z.B. über diese Frage noch nicht einmal zu einer gemeinsamen Einsicht gefunden?

Es gibt weitere offene Fragen. Wir können an dieser Stelle selbstverständlich keine qualifizierten Antworten geben, möchten vor Verschwörungsideologien sogar ausdrücklich warnen.
Vielleicht helfen jedoch unsere Hinweise - und unsere Anleitungen - die Problematik wenigstens etwas besser zu verstehen und uns alle besser zu schützen.

Erfundene oder geglaubte Wahrheiten?

Wenn man nicht mehr alles mit dem Wirken eines allmächtigen Gottes erklären kann, wächst die Neigung, unerfreuliche Phänomene dunklen Machenschaften einer Verschwörergruppe zuzuschreiben - „ irgendjemand muss ja dafür verantwortlich sein“. Dies erscheint dann als einziger Lösungsweg aus eigener Unkenntnis und Verantwortung. Verschwörungstheorien im Sinne von Hypothesen sind in diesem Sinne  in erster Linie als Krisensymptome zu verstehen angesichts eines Zustandes des Nichtwissens. Der Zustand des Nichtwissens führt wiederum zu Angst. Ängste sind ein natürliches Grundgefühl, man sollte sie deshalb auch ernstnehmen. Sie sind nicht per se krank, aber sie können krank machen, wenn man sich nicht mit ihnen auseinandersetz(t)n kann.

Gewalt – nach innen und/oder nach außen -  kann eine Folge der Angst sein und damit auch eine logische Konsequenz von Verschwörungstendenzen: Wenn die Bedrohung durch eine als übermächtig vorgestellte Macht so groß ist und wenn es noch aufgrund einer ideologischen Selbstabdichtung keinerlei Mittel gibt, eine Angst machende Vorstellung zu widerlegen, dann wird vielleicht jedes erreichbare Mittel recht sein, sich ihrer zu erwehren.

Ängste gilt es deshalb sehr ernst zu nehmen. Ein Ausweg aus der Ohnmacht kann nur Wissen liefern durch umfassende Transparenz und Aufklärung. Denn Wissen ist das beste Mittel, um zu Lösungen zu gelangen. Einen Zustand allwissender Wahrheit wird es dennoch nicht geben. Denn Wissen bedeutet noch nicht Wahrheit. Jede Forschung kann nur Wissen schaffen, die Wahrheit hingegen können wir nur glauben*.  Wahrheiten lassen sich letztlich auch nicht durch Disziplinierung des Sagbaren unterdrücken, sondern nur durch einen Zugang zu möglichst vielfältigem Wissen und dessen Akzeptanz.

* Empfehlenswert für einen grundlegenden Einblick in das Phänomen „Geglaubte Wahrheiten“ ist die gleichnamige Veröffentlichung als Beitrag zur Philosophie der Fotografie bei ArtForum Editions I KulturPlusMedien. Bestellung online unter: winterstiftung(at)web.de.

(PM)

Bleiben Sie gesund !